Freche Autorin gesucht!
Die Zeitschrift „Freche Mädchen – freches Magazin“ rief in der Juni/Juli-Ausgabe 2009 zum Schreibwettbewerb auf. Die „Freche Mädchen – freche Bücher“-Autorin Martina Sahler schrieb den Anfang der Geschichte „Küsse, Flirts und Nordseewellen“ und die Aufgabe der Nachwuchsautorinnen bestand darin, die Geschichte weiterzuschreiben und folgende fünf Bausteine darin unterzubringen: Surfbrett, Hunde verboten!, Verwechslung, Zickenkrieg und Beach-Party.
Viele tolle Geschichten wurden eingeschickt und so fiel es der Jury nicht leicht, die beste Geschichte zu bestimmen. Doch nun steht die Gewinnerin fest: Anna, 13 Jahre, aus Senden überzeugte mit ihrer frechen Story und gewann den ersten Preis: Ein exklusives Treffen mit Martina Saher auf der Frankfurter Buchmesse. „Cool, ich war noch nie auf der Buchmesse“, freute sich Anna. Für die Autorin hatte sie natürlich auch ein paar Fragen im Gepäck. „Zum Beispiel wie sie zum Schreiben gekommen ist.“ Denn schon vor dieser spannenden Begegnung war für Anna klar: „Vielleicht werde später auch mal Autorin!“ Und was gefällt ihr an der Reihe „Freche Mädchen – freche Bücher“ wollten wir wissen. „Die Geschichten drehen sich um Jugendliche in meinem Alter. Und die Autoren machen sich echt viele Gedanken und können sich wirklich gut in Mädchen reinversetzen. Das ist toll!“, findet Anna. Martina Sahler fand: „Das Treffen mit Anna und ihrer Familie hat mir großen Spaß gemacht! Wir haben uns ausgiebig übers Lesen und Schreiben unterhalten. Ich freue mich immer, so nette Nachwuchsautorinnen zu treffen. Anna ist sich zwar noch nicht sicher, ob sie das Schreiben wirklich zum Beruf machen möchte, aber ich finde, sie zeigt Talent. Und wenn es ein Hobby bleibt, dann ist es aus meiner Sicht das schönste Hobby der Welt.“
Ein dickes Dankeschön an alle Mädchen, die mitgemacht und durch ihre spannenden, einfallsreichen, lustigen und frechen Geschichten ihre Kreativität unter Beweis gestellt haben. Die Jury hatte großen Spaß beim Lesen!
Hier der Anfang der Geschichte „Küsse, Flirts und Nordseewellen“ von Martina Sahler:
„Ich hau ab und mache es mir unter einer Brücke gemütlich!“ Leider nehmen meine Eltern mich nicht ernst. Im Gegenteil. Meine Mutter kichert, mein Vater grinst vor sich hin. „Du meinst, unter einer Brücke hättest du mehr Spaß als auf Wangerooge?“, fragt er zwischen zwei Gabeln voll Pasta beim Mittagessen. „Eindeutig ja. Überall ist mehr Spaß als auf Wangerooge!“, maule ich zurück. „Auf diese Spießer-Insel fahren Rentner, aber doch nicht junge coole Leute wie ich!“ Ich achte darauf, genügend Drama in meinen Ausbruch zu bringen. Vielleicht ist ja doch noch was zu retten. Meine Mutter greift nach meiner Hand. „Emma, wir sind das nun schon tausendmal durchgegangen. Dies wird dein letzter gemeinsamer Urlaub mit uns. Im nächsten Jahr bist du 14 und kannst dir eine Organisation suchen, die Jugendreisen anbietet. Aber in diesem Jahr hätte ich dich gern noch mit dabei.“ – „Mann, ey …“ Ich stochere in meinen Nudeln herum. „Hättet ihr nicht Malle oder Ibiza oder so was buchen können? Was soll ich da bloß den ganzen Tag tun? Sandburgen bauen?“ – „Vielleicht hast du ja Glück und Lissy kommt mit ihrer Mutter nach. Die wollten doch noch schauen, ob sie eine Unterkunft finden, oder?“ – „Ach, das klappt bestimmt nicht.“ Lissy ist meine beste Freundin. Ihre Mutter hat sich spontan entschlossen, noch nach einer Pension zu suchen. Aber ich bezweifle, dass die noch was bekommen. In den Ferien ist die Insel touristenmäßig dicht. „Sonst kannst du dich mit den Söhnen meines Arbeitskollegen amüsieren“, sagt Papa trocken. „Die verbringen in derselben Anlage die Ferien.“ Ich breche über meinem Nudelgericht zusammen. Ich kenne Oliver und David flüchtig, der eine ist 16, der andere 14 Jahre alt, und beide sind so was von arrogant, dass es schon wehtut. Mit den beiden Dumpfbacken zwei Wochen meines Lebens verbringen? Allein bei dem Gedanken daran kriege ich Stresspickel. Unser Terrier springt an meinem Bein hoch. Seufzend streichele ich ihm über den Kopf. Wie es aussieht, werde ich wohl von morgens bis zum Sonnenuntergang am Hundestrand chillen und zuschauen, wie sich Frodo amüsiert ...
und die Fortsetzung von Anna: 
... mit anderen Hunden. Das wird der langweiligste Urlaub meines Lebens. Warum kapieren meine Eltern nicht, dass ich zu groß dafür geworden bin? Das ist ja zum Kotzen!
„Habt ihr alles", fragt meine Mutter beim Frühstück, „Wir dürfen nichts vergessen. „Ja", riefen mein Vater und ich im Chor. Wir stiegen ins Auto und fuhren los. Frodo
saß neben mir auf dem Rücksitz. „ Rein in den blödesten Urlaub der Welt", sagte ich leise. Wir fuhren drei Stunden bis wir zum Schiff kamen, wo wir drauf kamen und rüber fuhren samt Auto auf dem Schiff. Nach weiteren zwei Stunden waren wir da. In der Anlage suchten wir erstmal unsere Zimmer auf und packten die Koffer aus. „Emma, wäre es dir recht mit Frodo zum Strand zu gehen?", fragte mein Vater mich.
„ Na gut, antwortete ich ihm. Ich lief aus der Tür und nahm die Leine von Frodo mit. „Komm Frodo, wir gehen zum Strand", sagte ich und band ihm die Leine um. Wir verließen die Anlage und gingen runter zum Strand. Der war zum Glück nicht so weit weg. Wir suchten uns ein Plätzchen aus und ich setzte mich ihn. Frodo starrte mich an und ich wusste sofort, was er hatte. In zehn Meter Entfernung stand ein Junge mit einer Hundedame, die Frodo lange anstarrte. „Aha, verliebt!", sagte ich. Frodo zog an der Leine er wollte unbedingt zu ihr. „Okay, ich komm ja schon!", murmelte ich und nahm ihm die Leine ab. Ich stand auf und er lief sofort zu ihr. Von hinten packte mich plötzlich jemand und umarmte mich. „Hey, Was soll das?", rief ich. Ich drehte mich um da stand ein ratloser Junge. „Oh sorry", murmelte dieser, „ich dachte du wärst meine Schwester Tanja, ich suche sie und du siehst ihr verblüffend ähnlich. Ich bin übrgens Tim". „Oh, ja, was für eine Verwechslung, ich bin Emma, nett dich kennen zulernen". „Sehen wir uns mal wieder?", fragte er mich. „Klar, ich mache hier Urlaub und wohne in der Anlage da drüben", ich zeigte mit dem Finger drauf. „So ein Zufall!", sagte er, „ich auch!" „Morgen um halb zwei am Eingang?", fragte ich ihn. Ich nickte und sah wie er weg ging. Ich drehte mich wieder um und sah wie Frodo mit der Hundedame spielte. Ich ging zu ihm hin. „Frodo komm wir gehen jetzt", sagte ich beruhigend. Er wandte sich der Hundedame ab und kam auf mich zu. Der Junge, dem der Hund gehörte stellte sich als Jan vor. Ich stellte mich auch vor und verabschiedete mich. Ich ging mit Frodo zurück zur Anlage. „Mama, Papa ich bin wieder da", rief ich. „Gut, Ich hab eine tolle Nachricht für dich, Lissy kommt mit ihrer Mutter nach!", rief mein Vater zurück, als er mir entgegen kam. „Was, das ist ja toll. Wie haben die das nur geschafft?", fragte ich ihn. „Eine Familie hat abgesagt, jetzt ist wieder Platz." „Toll!", ich strahlte übers ganze Gesicht. Die Langeweile war wie verflogen. „Sie sind morgen da und um halb zwei holen wir sie ab, sagte er noch. „Oh, da kann ich nicht", mir war eingefallen, dass ich mich doch mit Tim treffen wollte, das hatte ich ganz vergessen. „Warum nicht?", fragte mein Vater. „Ich wollte mich mit einem Jungen treffen, den ich grade kennengelernt hatte!", sagte ich und ich merkte das ich rot wurde. „Okay!", sagte er.
„Endlich halb zwei", sagte ich laut, als ich im Eingang der Anlage stand. Tim kam gradewegs auf mich zu. „Hi, Emma!", sagte er. „Hallo Tim!", rief ich. Er trug in der linken Hand ein Surfbrett. „Kommst du mit zum Strand?", fragte er mich. „Klar, komm ich mit, kannst du Surfen?", fragte ich ihn wieder. Er nickte und lächelte mich an. Dann sagte er wieder: „Und kannst du Surfen?" Ich schüttelte den Kopf. „Ich kann es dir zeigen, ist gar nicht so schwer!" „Nein, danke, ich bin nicht so fürs Wasser", sagte ich. Das verstand er. Wir gingen zum Strand und setzen uns in den weichen Sand. Ich starrte aufs Meer hinaus und merkte gar nicht, wie seine Hand langsam auf meine Hand glitt. Ich zog sie nicht weg. Es war so ein schönes Gefühl. Ich schaute ihn an und sah das Glitzern in seinen Augen. War ich etwa verliebt? Ich schaute auf die Uhr. Oh, nein schon Viertel vor vier. Ich stand auf und sagte: „ Sorry, ich muss jetzt zu meinen Eltern. Ich soll pünktlich wieder da sein!" Er nickte nur und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Warte mal", rief er mir zu. Ich blieb stehen. „Kommst morgen Abend mit zur Beach-Party". „Ich frag meine Eitern!", rief ich zurück und rannte zur Anlage zurück. Ich war ein bisschen zu spät. „Wo, warst du denn?", fragte meine Mutter mich als ich durch die Tür kam. „Am Strand!", war meine Antwort. „Emma!", rief Lissy. Sie rannte meine Mutter fast über den Haufen. Wir umarmten uns. Wir liefen in mein Zimmer und quatschten ohne Ende. Bis meine Mutter uns zum Abendessen rief. Nach dem Abendessen ging es Schlafen und wir vereinbarten morgen mit Frodo zum Strand zugehen.
„Gut geschlafen?", fragte ich Lissy, als wir zusammen mit Frodo zum Strand gingen. Dort trafen wir Tim. Ich hatte Lissy alles erzählt, so wusste sie Bescheid. „Kommst du heute mit zur Party?", fragte mich Tim. „Oh, ich habe vergessen zufragen, Sorry, ich hol das sofort nach", sagte ich. Ich gab Lissy die Leine, drehte mich um und rannte zur Anlage zurück. Ich erwischte Mama am Eingang und fragte sie wegen der Party und ich darf. Ich rannte zum Strand zurück und sagte, dass ich darf. Er war sehr glücklich. Lissy durfte auch. Wir vereinbarten uns um halb acht zutreffen. Ich ging mit Lissy zurück. „Ähm, Emma auf dem Schild steht Hunde verboten!", sagte Lissy. „Ich weiß, aber darunter steht nur sonntags!", sagte ich zu ihr. „Oh, stimmt, jetzt sehe ich es auch!", sagte sie.
Pünktlich um halb acht gingen wir mit Tim zur Party. Er machte Lissy dauernd Komplimente wegen ihrem Kleid. Ich war kurz davor auszurasten. Und was ist mit mir?, sagte ich zu ihm. “Du bist ja noch hübscher”, kam dann von ihm. So war ich wieder lockerer. Wir gingen an drei Mädchen vorbei, die wahrscheinlich Zickenkrieg hatten. Es war verdammt laut, aber cool. Tim und ich tanzten miteinander. Lissy brauchte nicht lange suchen und fand jemand, mit dem sie tanzen konnte. Es war Jan, der Hundbesitzer von dem Pudel, der Frido schöne Augen machte. Als die Party vorüber war saßen Tim und ich noch am Strand und schauten in den Sonnenuntergang. Dieser Tag soll nie zu Ende gehen. Er ging aber zu Ende. Leider. In der Anlage angekommen, tauschten wir noch unsere Adressen aus den am nächsten Tag musste Tim schon wieder nachhause fahren. Ich verbrachte noch schöne Tage auf Wangerooge mit meiner Familie und Lissy. Der Urlaub wurde doch noch zu einem riesigen Erfolg!
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