Interview mit Selina Shirin Müller (Hanna), Henriette Nagel (Kati) und Emilia Schüle (Mila)

Natürlich waren Selina Shirin Müller als Hanna, Henriette Nagel als Kati und Emilia Schüle als Mila wieder für die Hauptrollen gesetzt. Seit den Dreharbeiten für den ersten Film hatten alle drei jede Menge vor: Henriette Nagel und Emilia Schüle waren mit Klausuren und Prüfungen für den Berliner Mittleren Schulabschluss beschäftigt – Schüle pendelte während der ersten Wochen des neuen Drehs wegen einiger noch ausstehender Prüfungen sogar zwischen München und Berlin. Selina Shirin Müller brachte 2008 ihr erstes Studioalbum mit dem Titel „Mädchen kommen immer (ans Ziel)“ heraus, das gleich nach Erscheinen in die deutschen Albumcharts einstieg. Und bei Emilia Schüle kamen noch einige weitere Filmrollen hinzu, darunter Rainer Matsutanis GANGS mit Jimi Blue Ochsenknecht und Wilson Gonzalez Ochsenknecht sowie ROCK IT! von Mike Marzuk.Im wahren Leben der „Frechen Mädchen“ hat sich also einiges getan – und das gilt auch für ihre Rollen. Die äußeren Umstände im Leben von Hanna, Mila und Kati mögen zwar noch dieselben scheinen – nach wie vor sind sie beste Freundinnen und mit denselben Jungs zusammen (Jonathan Beck, Vincent Bruder und Ben Unterkofler sind wieder als Markus, Tobi und Branko zu sehen). Doch unter der Oberfläche hat sich in dem Jahr, das zwischen der Handlung des ersten und des zweiten Teils vergangen ist, doch einiges getan.
Wäre Euch am Ende eines langen Drehtages manchmal ein Bürojob lieber?
(Alle lachen)
Emilia Schüle: Nein!
Henriette Hagel: Nee, gar nicht!
Selina Shirin Müller: Quatsch!
Was waren für Euch die größten Herausforderungen beim Dreh?
Müller: Meine Haare. Die waren lang gewachsen, und jetzt sind sie wieder ratzekurz abgeschnitten. Beim ersten Teil wurden ca. 25 Zentimeter abgeschnitten, jetzt ist es immerhin nur die Hälfte, die weggekommen ist. Beim ersten Teil hat es mich gestört, aber beim zweiten Teil habe ich mich sogar auf die Farbe und Länge gefreut!!!
Schüle: Die größte Herausforderung für mich war die Schlusssequenz. Das ist ja eine Schulaufführung mit vielen musikalischen Sachen, und das moderier’ ich durch. Und es geht ganz chaotisch zu bei dieser Schulaufführung. Ich hab’ wahnsinnig viel Text und ganz viel zu improvisieren oder improvisiert zu spielen und das war sehr, sehr schwierig für mich. Aber ich hoffe, es wird schön.
Gab es auch peinliche Szenen?
Müller: Nein! Man regt sich ab und zu über sich selbst auf, nicht über andere.
Schüle: Manchmal ist da der Wurm drin und du kriegst immer wieder diesen Satz nicht hin und der ist so einfach, aber es hakt immer wieder genau an derselben Stelle. Und dann müssen halt immer wieder 60 Leute auf den alten Platz zurück, und man selbst ärgert sich natürlich sehr.
Nagel: Das Ding ist: Es wird immer schlimmer, je mehr man sich ärgert, und desto schlechter macht man’s dann. Weil man sich immer mehr reinsteigert...
Da der Film nicht in der Ferienzeit gedreht wurde, hattet Ihr ja aber auch noch mit der Schule zu tun. Wie seid ihr damit zurechtgekommen?
Nagel: Für mich war, glaube ich, die Schule das Anstrengendste am ganzen Film, weil man neben dem Dreh noch die ganzen Klausuren schreiben musste. Ich bin jetzt in der 11. Klasse, und da muss man ohnehin sehr viel für die Schule machen.
Wie kriegt man das hin?
Nagel: Pauken.
Müller: Improvisation.
Schüle: Also, ich komm’ aus Berlin, genau wie Henriette, und in Berlin machen wir den Mittleren Schulabschluss. Da muss man Prüfungen schreiben, und die hab ich halt parallel zum Dreh gemacht. Das heißt, ich musste immer zwischen München und Berlin pendeln, aber es hat glücklicherweise alles gut geklappt.
Müller: Ich bin damals extra wegen FRECHE MÄDCHEN wieder zurückgegangen. Ich war in der 10. Klasse und bin dann in das zweite Halbjahr der Neunten zurückgegangen, weil ich die Prüfungen nicht während des Drehs machen wollte; das war mir zu anstrengend. Ich wollte nicht, dass ich einen schlechten Realschulabschluss habe, nur weil ich mich mehr mit dem Schauspielen beschäftige.
Ihr seid jetzt zwei Jahre älter als die Figuren, die ihr spielt. War es leicht, sich da wieder hineinzufinden oder ist das schon eine ziemlich andere Gefühlswelt?
Schüle: Da sind wir drüber hinausgewachsen. Uns beschäftigen jetzt schon andere Sachen, aber natürlich kann ich mich da gut wieder einfinden, das ist ja auch Teil meines Jobs und so lange liegt die Zeit ja noch nicht zurück.
Müller: Das macht ja die Kunst des Schauspielens aus. Sich in Rollen und Lebensphasen hinein zu versetzen, die man vielleicht schon überstanden hat oder die noch im Leben kommen. Man legt einfach seine eigene Interpretation in die Rolle rein, so wie man es für richtig hält. Ich denke, das ist unsere Aufgabe: Es so zu spielen, wie wir es für richtig halten.
Schüle: Wichtig war für mich auch, noch mal zu verstehen, dass ich jetzt älter bin und dass ich die Mila auf keinen Fall älter spielen darf, als sie ist. Sie ist nun mal ein Jahr jünger als ich, und das musste ich mir erst klarmachen.
Wie sehr helfen Frisur und Kostüm dabei, dass man sich in die Rolle hineinversetzen kann?
Müller: Ich merke, dass ich mich dann besser reinfühlen kann, weil ich halt komplett anders aussehe. Ich mag es aber auch, dass man die Haare abends wieder auf machen kann und dann dieselbe ist, die man vor dem Aufstehen war.
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