Interview mit Bianka Minte-König und Gwyneth Minte über ihre Erlebnisse am Set

Franka sprach mit Bianka Minte-König und Gwyneth Minte, ihrer Tochter, die nicht nur erfolgreich Bücher schreibt und Hörbücher spricht, sondern auch im Film mitspielt.
Frau Minte-König, sind Sie so aufgeregt wie beim ersten Film?
Nein, nicht ganz. Das hängt damit zusammen, dass man ja nun die Menschen kennt, die den Film machen, den Produktionsstab, Regisseurin Ute Wieland, den Kameramann und die Schauspieler. Da weiß man, dass am Ende ein unterhaltsamer Film stehen wird, der mit schönen Bildern und tollen Schauspielern punktet.
Ein Filmbuch zu schreiben, was bedeutet das?
Flexibel zu sein und auch in letzter Minute vor Drucklegung noch Änderungen einzubauen, die sich durch Schnitte, Nachdrehs und andere Produktionsvorgänge ergeben. Ein bisschen stressig mitunter. Dann muss man auch über eine gute Vorstellungskraft verfügen, denn es ist ja nicht möglich, wochenlang am Drehort abzuhängen. Und als Autor des Ursprungstextes muss man selbstbewusst an das Drehbuch herangehen und den Stoff wieder auf die Charaktere, Motive und Handlungen der BuchheldInnen zurückführen. Das Filmbuch soll die Figuren der Kultreihe um Hanna, Mila und Kati trotz ihres Ausflugs auf die große Leinwand für die Leserinnen glaubwürdig bleiben lassen.
Wie haben sich Hannah, Mila und Kati verändert?
Schon erheblich. Besonders Mila und Kati entsprachen schon im ersten Film nicht mehr voll den Buchheldinnen. Mila ist in der Buchreihe viel frecher, hat eine wirklich vorlaute Klappe, mit der sie sich oft in Teufelsküche bringt. Im Film ist sie sehr viel schöner, aber auch sehr viel weniger selbstbewusst. Gut kommt ihre Kreativität rüber.
Kati hat deutlich weniger Probleme mit ihrer Figur, dafür aber leider mehr mit ihren Eltern, die in der Buchreihe ja nicht mit dem kleinsten Gedanken an eine Trennung spielen würden.
Am ähnlichsten ist sich Hanna geblieben. Das liegt mit daran, dass Selina sie sehr authentisch und in sich ruhend spielt und dann auch noch diese wunderbare Gesangsstimme hat. Markus nimmt man im Film den Macho nicht wirklich ab, Jonathan ist einfach ein viel zu sensibler Darsteller. So können sich Mila und Markus im Film auch nicht so reiben, wie es in den Büchern der Fall ist. Fetzen fliegen anders! Im Film wirkt Markus immer wie der Verständnisvolle und Überlegene, der Mila verzeiht und sie auf den rechten (Liebes-) Weg bringt. Das verändert das Grundkonzept schon sehr. Konflikte sind dann oft nur situativ und nicht mehr im Charakter begründet.
Waren Sie am Set?
Ich war mit Gwyneth bei den Dreharbeiten im Berchtesgadener Land im Dauernieselregen und habe die Darsteller wirklich bewundert. Die Jugendlichen haben absolut professionell diesen widrigen Umständen getrotzt. Hut ab! Wer dreht schon gerne in einer verräucherten Atmosphäre in einem abbruchreifen Hotel, wo das Innere der Berghütte nachgebaut ist und die klamme Kälte aus allen Ritzen kriecht. Und das in kurzen Röckchen und mit nackten Beinen. Brrrrrrr! Sehr tapfer!
Sprachen Sie mit den Schauspielern?
Da war es doch viel gemütlicher, mit einigen Schauspielern und Leuten vom Team, gemütlich einen Kaffee im Hotel zu trinken oder am Abend beim Käsefondue zusammenzusitzen oder im herrlichen Wellnessbereich mit heißem Außenschwimmbecken zu plantschen. Tja, da hätte wohl manches Mädchen gerne an unserer Stelle sein mögen, angesichts der coolen Jungs, die sich da getummelt haben!
Liebe Gwyneth, du spielst im Film "Freche Mädchen 2" mit, welche Rolle hast du?
Ich spiele Tinka, die Freundin von Katis Vater.
Wie waren die Dreharbeiten?
Toll! Wir haben in München gedreht und hatten totales Glück mit dem Wetter. Gegen 8:00 haben wir mit dem Drehen begonnen und da die Sonne geschienen hat, ließ es sich auch gut im dünnen Kleid draußen herumlaufen. Mit einem so prominenten und erfahrenen Schauspieler wie Mathias Brandt zusammen zu spielen war echt super! Würde ich jeder Zeit wieder machen. Auch Maske und natürlich die Regie von Ute Wieland waren absolut hilfreich.
Hatten Sie beide auch persönlich mit den Filmleuten zu tun?
Bianka Minte-König: Natürlich, viele Leute vom Stab kennen wir ja schon aus der ersten Produktion und man ist sich ja auch menschlich sympathisch.
Besonders lustig war eine Aktion mit Manfred Beye, dem Herstellungsleiter, der mich, laut hupend davor bewahrte, mich in den Bergen völlig zu verfahren. Dank seiner Aufmerksamkeit kam ich dann doch noch rechtzeitig zum Fototermin mit Selina, Emilia und Jette am Motiv an.
Gwyneth, dein neues Buch „Hollywood Feeling“ in der Reihe "Ich bin Ich!" beschreibt die Erfahrung von Lila, die ein Praktikum beim Film macht. Du selbst warst Praktikantin beim ersten "Freche Mädchen"-Film, wie waren Deine Erlebnisse?
Extrem abwechslungsreich! Da man bei einem Filmdreh häufig den Drehort wechselt, kommt man viel rum und muss sich jedes Mal auf neue Situationen einstellen. Langweilig ist es am Set nie! Na ja, außer man sitzt grade ganz alleine für mehrere Stunden vor ein und derselben Tür zum Blocken. Da gibt’s schon Spannenderes. ;)
Hast du dir das Filme drehen so vorgestellt?
So in etwa schon. Aber dass es tatsächlich so anstrengend ist, hätte ich nicht gedacht. Als Set-Praktikant steigt man sofort voll in die Produktion mit ein. Das bedeutet anpacken, statt nur rum stehen und zugucken! Früh aufstehen und spät ins Bett, das gehört zum Drehen dazu. Und dann gibt es ja auch noch die Nachtdrehs…
Hast du etwas besonders Cooles erlebt?
Gibt’s zum Nachlesen in "Hollywood-Feeling"!
Wie war der Kontakt zu den Schauspielerinnen und der Crew während deines Praktikums?
Super! Natürlich kommt man mit manchen Leuten besser klar, als mit anderen, aber die intensive Arbeit am Set schweißt das Team über die Wochen echt zusammen.
Mit den Schauspielern ist das unterschiedlich. Manche sind total locker und kontaktfreudig, andere ziehen sich in den Drehpausen lieber zurück. Denen sollte man dann auch besser nicht auf den Keks gehen. ;)
Was floss davon in dein neues Buch "Hollywood-Feeling" ein?
Ich wollte zeigen, wie es beim Film wirklich zugeht, dass nicht alles nur Glamour und Glitzer ist, sondern auch harte Arbeit. Dass so ein Praktikum aber auch wahnsinnigen Spaß macht! Ich hoffe, diese Mischung ist mir gelungen.
Würdest du gerne Schauspielerin sein?
Ich bin mit Schauspiel aufgewachsen. Schon von klein auf habe ich auf der Bühne gestanden, später dann Schauspielunterricht genommen. Im Moment konzentriere ich mich mehr auf’s Schreiben, aber falls jemand eine spannende Rolle für mich hat, immer her damit! ;)
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