
Traumboy = Lebensretter
Er kam auf mich zu.
Ich legte meine Arme um seine Schultern und wir tanzten.
Mitten auf dem Schulhof.
Alle konnten es sehen und beneideten mich für meinen neuen Freund.
Plötzlich waren wir nicht mehr auf dem Schulhof
sondern in einem riesigen Ballsaal.
Meine Mitschüler verwandelten sich in Fürsten, Grafen und Herzoge und wir waren Prinz und Prinzessin und tanzten in der Mitte.
„Anne! Anne wach auf!“, rief plötzlich eine Stimme aus der Ferne.
Ich schlug die Augen auf.
Mein kleiner Bruder saß auf der Bettkante und kicherte schadenfroh.
„Was willst du Nervensäge?“, murmelte ich verschlafen und drehte mich auf die auf die andere Seite.
„Mama sagt du sollst endlich deinen Hintern aus dem Bett bewegen! Die Schule fängt gleich an!“, antwortete er.
Ich warf einen Blick auf meinen Wecker.
Er war nicht abgegangen, ich hatte verschlafen!
Schnell warf ich die Bettdecke zur Seite und rannte ins Badezimmer.
Nach ungefähr zehn Minuten war ich fertig.
Ich hetzte nach unten, würgte noch schnell die Hälfte eines Marmeladenbrötchens hinunter und machte mich auf den Weg.
In der Schule konnte ich mir dann eine Standpauke von Herrn Brödemeier, unserem Geschichtslehrer anhören.
Aber das war ich ohnehin schon gewohnt.
Also setzte ich mich auf meinen Platz und starrte IHN wieder einmal an.
Er war so wunderschön! Marvin!
Er sah genau in meine Richtung und er…lächelte.
Ich wurde rot und schaute weg.
Doch immer wieder merkte ich, dass er mich anlächelte.
In der Pause kam er plötzlich auf mich zu und ich erinnerte mich an meinen Traum.
„Äh… hallo Anne!“, grüßte er mich schüchtern.
„Hallo.“, grüßte ich zurück.
„Hättest… du vielleicht Lust…na ja… mit… mir auszugehen?“, stammelte er.
Ich konnte es kaum glauben!
Jahrelang hatte ich von dieser einen Frage geträumt und nun stellte er sie mir!
„Ja…gerne.“, antwortete ich.
„Ehrlich? Super, dann treffen wir uns heute um 4:00 Uhr im Ice Dream?“, fragte er.
Ich nickte.
„Klar!“
„Super! Dann bis später!“, lächelte er und schien richtig glücklich zu sein.
Vom Rest des Unterrichts bekam ich nichts mehr mit, weil ich nur noch an das Treffen denken konnte.
Zuhause arbeitete ich stundenlang an meinem Styling bis es endlich soweit war.
Mit schlotternden Knien betrat das Ice Dream.
Vor der Tür atmete ich noch mal tief durch.
Da saß er nun so da und er kam mir noch schöner vor als er ohnehin schon war.
„Hi, Anne! Du bist wunderschön.“, meinte er.
„Danke.“, antwortete ich schüchtern.
Ich bestellte einen großen Erdbeereisbecher mit Schokosauce.
Wir sprachen kein Wort miteinander.
Ich saß einfach nur da, nippte an meinem Eis und sah ihn an.
Ich war so in Gedanken versunken, dass ich mich an der Kirsche meines Eisbechers verschluckte und fast erstickt wäre, hätte Marvin nicht blitzschnell reagiert.
Er sprang auf, nahm mich von hinten, drückte mich am Bauch so fest, dass die Kirsche heraushüpfte und ich wieder atmen konnte.
Mir war die ganze Situation so peinlich, dass ich schon wegrennen wollte aber Marvin hielt mich zurück.
„Warte!“, rief er und dann…küssten wir uns.
Als er mich dann nach Hause brachte bedankte ich mich noch einmal für die Rettungsaktion.
„Schon gut!“, antwortete er.
„Gott sei Dank habe ich einen „Erste Hilfe“ Kurs gemacht!“
Plötzlich mussten wir beide lachen.
Das war der schönste Abend meines Lebens.
von Alina
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